Infos zur Gemeinde

Hetzeldorf liegt in einem südlichen Seitental der Großen Kokel, zwischen Mediasch und Schäßburg. Die Dorfanlage besteht in ihrem Kern aus zwei parallellaufenden Gassen. Am Fuße des Keltrenrech steht die Kirchenburg, das Herz der Gemeinde. Der Hattert der Gemeinde erstreckt sich 10 km lang, die größte Ost-west-Ausbreitung beträgt 2 km. Die Höhenlage an der Kokel beträgt 310 m über NN, die höchste Erhebung, der Eulenberg (Elenrech) misst 572 m über NN. Die Dorfanlage erstreckt sich über 1,5 km. Die Grenznachbarn sind: Pretai, Buzd, Nimesch, Reichesdorf, Birthälm, Tobsdorf, Scharosch, Almaschken und Schmiegen.

(Quellennachweis: Hetzeldorf ein Stück verlorene Heimat -von Gustav Paal und Erich Briebrecher)

Die  Geschichte  Hetzeldorfs  in  Daten      –    von Erich Briebrecher
 

5500 – 2500  –  Neolitikum. Die Jungsteinzeit.
Die archäologischen Funde die auf dem Hetzeldorfer Hattert gemacht wurden, zeugen von der Anwesenweit menschlichen Lebens aus dieser Zeit. Dazu gehören viele Tonscherben, Feuerstellen und eine geschliffene und durchbohrte Steinaxt.

2000 – 800  –   Bronzezeit  und 800 –300 Eisenzeit.
In dieser Zeit lebten im Hetzeldorfer Tal die Kelten, dies beweisen eine bronzene Axt, zwei eiserne Speerspitzen, eine Bronzefibel (Gewandnadel), viele Tonscherben, eine Einäscherungsurne und ein großes Vorratsgefäß aus einer Erdhütte die sich auf der rechten Seite vor dem Dorfeingang befunden hat. Die Tonscherben und das restaurierte Vorratsgefäß befinden sich  im Geschichtsraum der Schule.

300 vCh. – 106  nCh.  Zeit des hellenischen Einflusses.
Die Tonscherben aus dieser Zeit sind in ihrer Verzierungstechnik und Form, vom Südbalkan beeinflusst, desgleichen der Silberschmuck der im Tobesteln gefunden wurde. Andere Beweise sind bis jetzt nicht bekannt. Siedlungen aus dieser Zeit gab es auf der rechten Seite des Tobsdorfer Baches, wo die neue Rebanpflanzung stattgefunden hat und vor dem Steintal (Stindeln), dort wo eingeebnet  worden ist.

107 – 271  –  Römische Periode.
Zwar fehlen aus dieser Zeit Tonscherben und Werkzeuge. Doch gibt es Beweise der Römerzeit in Form eines Castrums, eine mit Wall und Graben umgebene Hochfläche im Wodesch, bekannt unter dem Namen Rimerburch (Riwerburch). Ein vicus – römisches Landhaus befand sich im Tobesteln, wo ein Grabstein, römische Münzen und ein Silberschatz gefunden worden sind. Der  Schatz wurde im Jahre 242 vergraben als die Goten und Karpen gegen die Römer gekämpft haben. Er besteht aus vier Fibeln, zwei Ringen, ein Halsband, zwei Armbänder, 375 Silbermünzen und einer Münze aus Bronze.

272 – 9.Jh. –  Völkerwanderungszeit.
Nach dem Rückzug der Römer bis südlich der Donau, siedelten zeitweise folgende Wandervölker in Siebenbürgen: Goten, Karpen, Hunnen, Gepiden, Awaren und Slawen. Auf der Gemarkung Hetzeldorfs  sind noch keine materiellen Spuren dieser Völker gefunden worden. Allein von den Slawen ist der Name der Kokel – Tirnava geblieben, was soviel wie Dornbach oder Dornfluss bedeutet. Die Ungarn das letzte Wandervolk hat den Namen wörtlich, als Kükülö, übernommen.
Die deutsche Bevölkerung nennt den Fluss, in Anlehnung an die ungarische Benennung, Kokel.

X. und XI. Jh. –   Ansiedlung der Ungarn.
Schrittweise, aus dem Panonischen Tiefland kommend, haben die Ungarn Siebenbürgen in Besitz genommen. Sie nannten das land Erdely, Benennung die von den Rumänen als Ardeal übernommen wurde. Im Hetzeldorfer Tal sind keine Spuren einer ungarischen Siedlung gefunden worden, aber nördlich der Kokel  haben die Ungarn das von Sachsen gegründete Almaschken übernommen.

XII. – XIII, Jh. –  Ansiedlung der Sachsen.
Um das besetzte Gebiet zu sichern und zu nutzen, rief der ungarische König, Geza II. (1141 – 1161), deutsche Siedler, aus der Rhein und Moselgegend ins Land. Bauern und Handwerker verließen ihr von der Hörigmachung bedrohtes Land, um in den unbesiedelten Landstrichen Siebenbürgens eine neue Heimat zu finden. So wurden die Gebiete um Hermannstadt, Kronstadt, Regen, Nösen, Klausenburg, Torenburg, Bros, Mülbach, Reps, die Täler der Großen und Kleinen Kokel mit den Städten Schäßburg, Mediasch und Blasendorf besiedelt.

1283  –  Erste urkundliche Erwähnung Hetzeldorfs.
In der Urkunde des Jahres 1283 wird Hetzeldorf  „villa Echelini“  genannt, es ist die latinisierte Form des deutschen Namens Hetzel.  Auch der ungarische Name Eczel wird vom Namen Hetzel abgeleitet. Der rumänische Name Atel ist von der sächsischen Benennung abgeleitet worden. Der Namen H/azel/derf, wurde zum rumänischen Ateldorf und  seit dem Ende des XIX. Jh. nur noch Atel. In der Urkunde des Jahres 1283 ist die Rede vom Pfarrer Walter „decanus de villa Echelini“ der erste von zehn Pfarrern die vom Weißenburger Bischof verlangen, er möge auf drei Teile des  Zehnten zu ihren Gunsten verzichten.

1289 -Pfarrer Sibertus von Hetzeldorf verhandelt nochmals mit dem Weißenburger Bischof wegen dem Verzicht auf drei Teile des Zehnten.

1315 – Andreas „de Ecul“ von Hetzeldorf, erreicht  zusammen mit Petrus und Herbordus aus Meschen, die Ausstellung eines Freibriefes durch den König Karl Robert, für die Stühle Mediasch und Schelk.

1359 – Gräf Stephan und der Hann Johann „antiqui“ die Altvorderen aus Hetzeldorf, sowie alle Hetzeldorfer Ältesten, werden als Vermittler in einem Hattertstreit  zwischen Baasen und Wölz erwähnt.

1365 – König Ludwig der Große nennt Hetzeldorf in einem Brief „civitate Eccel“ – Stadt, was wahrscheinlich ein Fehler ist, aber auf die damalige Größe und Bedeutung Hetzeldorfs hinweist.

1380 – Beginnt der Bau der spätgotischen Pfeilerbasilika, Kirche mit Querschiff und Glockenturm, welche stilmäßig unter dem Einfluss der Stadtpfarrkirche von Hermannstadt steht. Schutzpatron, der damals kath. Kirche, war der Hl. Nicolaus.

1397 – Indirekter Hinweis auf das Vorhandensein einer Schule in Hetzeldorf. Aus den Statuten des Mediascher Kapitels geht hervor, dass 1397 in allen Ortschaften des Kapitels Schulen gab.

1423 – Hetzeldorf wird zum ersten Mal in deutscher Schreibweise, Heczelsdorf benannt und ab dem Jahr 1430 dann Hetzeldorf.

1453 – Zwei Hetzeldorfer vertreten die zwei Stühle Mediasch und Schelk vor dem König in Pressburg.

1460 – Wurde mit dem Bau der Wehranlagen rings um die Kirche begonnen.

1462 – Papst Pius II. beauftragt den siebenbürgischen Bischof, den Pfarrer Sigismund vor dem Gräfen Georg Thobiassy in Schutz zu nehmen.

1466 – Hetzeldorf erhält von König Matthias die Blutgerichtsbarkeit mit Schwert und Galgen, sowie das Recht Jahrmärkte am 14 Febr., 24 Apr., 20 Aug. und einen Wochenmarkt abzuhalten.

1471 – Ersterwähnung der Kirchenburg. König Matthias gewährt der „villa nostra saxonicalis Eczel“ Hetzeldorf, das seine Kirche mit Wehranlagen umgeben hat, folgendes Recht: Zur Verteidigung dieses Kirchenkastells soll der dritte Teil der wehrfähigen Bewohner im Falle eines allgemeinen Aufgebotes im Ort verbleiben.

1484 – Streit der Hetzeldorfer mit den Gräfen Ladislaus und Tobias Thobiassy, die Anspruch auf Abgaben erheben. Der Fürst Stephan Batori entscheidet zu ungunsten der Gräfen.

1496 – Renovierung der Kirche – Jahreszahl an der äußeren Chorwand.

1499 – Jahreszahl eingebrannt im Türflügel der Sakristei, deren Portalgewandung vom  berühmten Steinmetz A. Lapicida  stammt.

1515 – König Wladislaus II. ernennt den Hetzeldorfer Gräfen Peter Thobiassy zum Erbgräfen, ein Verstoß gegen die von früheren Königen verliehenen Rechte auf dem Königsboden. Die Provinzialverwaltung widerspricht und erkennt die Ernennung nicht an. Auf Bitten des Bischofs und des Königsrichters Lulay erklären sich die Hetzeldorfer bereit, Peter als Gräf auf Lebenszeit anzuerkennen.

1516 – Volkszählung. In Hetzeldorf leben 148 Familien, davon 140 Wirte, 2 Witwen, 2 Siedler, 2 Hirten, ein Schulmeister und ein Müller. Errechnet sind es 740 Personen. Erste urkundliche Erwähnung eines Schulmeisters in Hetzeldorf.

1523 – Großer Brandschaden in Hetzeldorf, König Ludwig II. erlässt der Gemeinde die Steuer auf drei Jahre.

1526 – Fassbinder erwähnt. In Siebenbürgen beginnt die Türkenherrschaft.

1528 – Tod des Gräfen Peter, mit ihm erlischt das Hetzeldorfer Gräfengeschlecht der Thobiassy.

1532 – Volkszählung. In Hetzeldorf  leben 160 Wirte, das sind etwa 800 Personen.

1536 – Grenzfestlegung durch Errichtung von Grenzhaufen zwischen Birthälm, Hetzeldorf und Tobsdorf.

1545 – Während der Amtszeit des katholischen  Pfarrers Leonhard, fand die Reformation statt, er war folglich der erste evangelische Pfarrer in Hetzeldorf.

1553 – Das Königsrichteramt wird bleibend nach Mediasch verlegt. Hetzeldorfs Blutgerichtsbarkeit wird nicht eingeschränkt.

1561 – Die Wollweber und Schuster erhalten Privilegien seitens der Mediascher Zünfte.

1589 – Leinweber werden erwähnt.

1602 – Erste Erwähnung einer rumänischen Bevölkerung.
Simon  Peczy  aus  Epeschdorf  vertrieb mit Hilfe einiger „Söldner“ die neuen Herren des einstigen Gräfenbesitzes, Stephan und Sigismund Haller und erklärt sich als Eigentümer desselben. Für die Bearbeitung des Bodens siedelte er Kalibaschen – Walachen von der Kokel, im Zualesch und Schreiner an.

1605 – Am 29 März überfallen szeklerische Anhänger des Fürsten Stephan Bocskay  Hetzeldorf, sie plündern und morden, 17 Bewohner mussten dabei ihr Leben lassen.

1619 – Adlige der Familie Haller kaufen Teile des Gräfenhofes, der sich am Berghang unterhalb des Geißwaldes befand, dazu gehört ein Gebäude aus Stein und  Weingärten.

1623 – Hetzeldorf kauft die gräflichen Besitzanteile des Fürsten Gabriel Bethlen.

1631 – Simon Pecsy verkauft das Gräfenhaus der Gemeinde, die es 1653 abtrug.
Das Grundstück wurde zur Bebauung freigegeben, so ist die Mühlgasse entstanden.

1658 – Am 20 Nov. brennen fürstliche Söldner, die im Ort einquartiert waren, das Dorf und die Kirche ab. Es war ein Racheakt der Soldaten, die die Hetzeldorfer, wegen unverschämter Forderungen aus dem Dorf vertrieben  hatten.

1691 – Siebenbürgen kommt unter österreichische Herrschaft.

1698 – Die Volkszählung verzeichnet neben 48 sächsischen auch 8 „hospi valachii“
walachische Wirte. Der Rückgang der deutschen Bevölkerung ist auf die Pestjahre zurückzuführen. Der Name Walache wird vom griechischen Wort „blachos“ was Hirte bedeutet abgeleitet. Die Sachsen haben diese Benennung unter der Form Bloch übernommen.

1730 – Wird die erste rumänische Kirche eingeweiht. Während der Amtszeit des Popen Sofron wurde am Südwestrand des Dorfes an der  linken Tallehne, auf dem Häfel, eine orthodoxe Kirche aus Holz errichtet.

1734 – Wird die Bergkirche erwähnt. Das Erbauungsdatum dieser Kirche ist nicht bekannt. Die Bauzeit liegt ganz sicher in der Zeit vor der Reformation (1545), denn sie wurde dem heiligen Valentin geweiht, als die Deutsche Bevölkerung noch katholisch war.

1746 – Aus dem badischen Durlach werden Zuwanderer erwähnt.

1756 – Ist von einer  Schusterzunft die Rede.

1767 – Nachdem die Gemeinde wieder in den Besitz der Ländereien aus dem Zualesch und Schreiner gekommen war, wollte sie die hier ansässigen Bloch ins Dorf umsiedeln, Unterfangen dass zu einem dauerhaften Konflikt führte.

1773 – Der Großfürst von Siebenbürgen, der spätere Kaiser Josef II., befand sich auf einer Reise durchs Land. Als er auf der Kaiserstraße am Nordrand der Gemarkung vorbeifuhr, wurde er von den Sachsen und den Rumänen gebeten er solle den zwischen ihnen immer noch schwellenden Konflikt lösen. Nachdem er über den Inhalt des Streites durch seinen Begleiter, Heydendorf den Stuhlsnotären, aufgeklärt worden war, beauftragte er ihn eine gerechte Lösung zu finden. Die Bloch wurden mit Gewalt ins Dorf umgesiedelt und erhielten die gleichen Rechte und Pflichten wie alle anderen Dorfbewohner.

1781 – „Norma regae“, ein Gesetz des Kaisers Josef II., verpflichtet alle Gemeinden, Schulen für alle Völker des Reiches einzurichten.

1784 – Die hölzerne ortodoxe Kirche der Rumänen wird durch eine aus Ziegeln gemauerte Kirche, während der Amtszeit des Popen Ion Nicolaie Juga, ersetzt.

1787 – Werden  die ersten sesshaften Zigeuner erwähnt.

1792 – Der Barockaltar, ein Werk des Schäßburger Meisters Johannes Folbert wird im Chor der evangelischen Kirche aufgebaut.

1802 – Wurde eine neue Orgel vom Birthälmer  Orgelbauer Mätz gekauft. Um die Orgel ortsgerecht aufzubauen, wurde für sie, die auf Rundbögen stehende Orgelempore errichtet, wo sie auch heute noch ihren Dienst tut.

1807 – Ein Hochwasser zerstört die Geißbrücke und die Wassermühle aus der Mühlgasse.

1810 – Wurde ein erstes Schulgebäude, außerhalb der Kirchenburg, errichtet. Es ist das Haus in dem zur Zeit, die Post untergebracht ist.

1826 – Beginnt die Amtszeit des Popen Toader Roman. Er war nicht nur Pfarrer sondern auch der erste rumänische Lehrer in Hetzeldorf. Er und der Lehrer Gheorghe Roman veranlassen den Bau einer rumänischen Schule, neben der orthodoxen Kirche im Südwesten des Dorfes.

1863 – Als die griechisch – katholischen Rumänen, die am unteren Dorfrand siedelten  die Anzahl von 16 Familien erreicht hatten, errichteten  sie angespornt von ihrem Popen Zaharia Borza die hier stehende Kirche. Vor dem Kirchenbau wurde die Messe im nahestehenden Haus Nr. 446 abgehalten.

1872 – Wird der zweite deutsche Schulbau eingeweiht, es ist die sogenannte Alte Schule westlich der Kirche.
Griechisch katholische Rumänen ziehen um vom oberen ans untere Ende des Dorfes wo sie nun mit ihren Glaubensbrüdern zusammenleben konnten.

1874 – Pfarrer Franz Obert erreicht durch seine Fürsprache, die Errichtung einer Haltestelle für Hetzeldorf, an der Bahnlinie Schäßburg –Mediasch.

1878 – Wird durch Einwirken des Pfarrers Franz Obert, die erste fachgerecht ausgerüstete Feuerwehreinheit ins Leben Gerufen.

1886 – Während der Amtszeit des griechisch katholischen Popen Stoian, wird ein Turm an die 1863 errichtete Kirche angebaut. Zugleich wird auf der gegenüberliegenden  Straßenseite ein Pfarrhaus, das auch als Schule diente,   erbaut. Als Schulrektor zeichnet  Baziliu  Stoian.

1894 – Wird ein Deutscher Kindergarten eingerichtet, als Erntekindergarten wurde er nur in der Sommerzeit abgehalten.

1899 – Datum der ersten rumänischen Matrikel, sie ist vom Lehrer Ilarion Gheaja und dem Rektorpopen Teodor Roman unterzeichnet.

1900 – Nachdem die Reblaus die alten Weingärten zerstört hatte, mussten neue veredelte Reben angepflanzt werden. Die erste Neupflanzung war in diesem Jahr, es war der Pfarrweingarten im Kirchacker.

1904 – Wird die 1898 begonnene Flurbereinigung (Kommassation) beendet, es war die mühevolle Arbeit des damaligen Richters (Bürgermeisters) Michael Kartmann.

1910 – Wurde das gegenwärtige Haus neben der orthodoxen Kirche errichtet, es wurde als Schule und als Wohnung des neuen rumänischen Lehrers genutzt.

1919 – Siebenbürgen wird an Rumänien angeschlossen. Die in diesem Jahr beschlossene Bodenreform, führt zur entschädigungslosen Enteignung von Teilen des Kirchenbesitzes und einiger deutschen Bauern mit dorfnahen Grundstücken.

1924 – Die beiden rumänischen konfessionellen Schulen, werden zur „Rumänischen
Staatlichen Grundschule“ zusammengeschlossen.

1925 – Nach fast drei Jahren Bauzeit wird der evangelische Gemeindesaal seiner Bestimmung übergeben. Vorher wurde das zum Saal umgebaute Zehenthaus für Gemeindezwecke genutzt. Es stand dort wo heute die rumänische Schule steht.

1936 – Einweihung der „Rumänischen Staatsschule“ die in zwei Jahren gemeinsamer Arbeit, der Deutschen und Rumänen errichtet wurde. Der Standort dafür, wurde durch Enteignung des Zehenthauses und der Höfe Römischer und Briebrecher, mitten im Dorf geschaffen.

1938 – Wegen des Anstieges der deutschen Schülerzahl, musste  neuer Schulraum geschaffen werden. In zwei Jahren wurde neben der „Alten“ die „Neue Schule“ erbaut. Baumeister war, wie auch beim Saal und der rumänischen Schule, Friedrich Zinz aus Agnetheln. Der Zweite Weltkrieg verhinderte eine feierliche Einweihung.

1941 – Eine Panzereinheit der Wehrmacht überwintert in Hetzeldorf.

1942 – Durch das Einwirken des Notären Nicolae Lapadat, wurde ein rumänischer Sommerkindergarten ins Leben gerufen. Erzieherin war die Lehrerin Maria Stoian.
Die Deutsche Schule wird von der nationalistischen Deutschen Volksgruppe übernommen.

1943 – So genannte „Freiwillige“ werden zur Wehrmacht eingezogen.

1944 – Der Richter (Bürgermeister) Johann Schuster wurde vom Rumänen Zaharia Florea willkürlich abgelöst und die sächsischen Ratsmitglieder, durch Rumänen und Zigeuner ersetzt. Die Deutsche Schule kommt wieder unter die Obhut der evangelischen Kirche.

1945 – Alle arbeitsfähigen Sachsen, im Alter von 17 bis 45 Jahren wurden im Wintermonat Januar, zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert. Aus Hetzeldorf sind 213 Personen, davon 121 Frauen und Mädchen und 92 Männer, die meisten waren 17 – 19  Jahre alte Burschen, sie sind mit militärischer Gewalt aus ihrem Heimatort verschleppt worden.

Die Kommunisten, angeführt vom neu eingesetzten Richter Avram, übernahmen die Dorfverwaltung. Sie führten die Agrarreform durch, indem sie den Sachsen sämtlichen Ackerboden, alle Landwirtschaftlichen Geräte sowie  das Zug und Milchvieh, entschädigungslos wegnahmen. Um zu überleben, mussten die Sachsen sich bei den neuen Eigentümern, Rumänen und Zigeuner verdingen, indem sie ihnen den Boden oft um weniger als ein drittel der Ernte bearbeiteten.

1946 – Eine rumänische Delegation angeführt vom Kommunisten Avram, zog in die Westkarpaten um die rumänischen Bergbewohner, die Motzen zur Umsiedlung nach Hetzeldorf zu gewinnen. Eine Anzahl von 80 Kolonisten kamen, mit Quersack auf dem Rücken  mit Opanken (Bundschuhe) an den Füßen und grob gekleidet, nach Hetzeldorf, Sie wurden, oft unter Anwendung von Gewalt, in die Häuser der Sachsen ohne jegliche Miete zu zahlen, einquartiert.
Um die nach der Agrarreform übrig gebliebenen Böden, darunter hauptsächlich Weingärten zu bearbeiten, wurde die „Staatsfarm“ gegründet. Für viele Sachsen ein rettender Anker in der Not.

1948 – Werden die Fabriken und Werkstätten Ohne Entschädigung Verstaatlicht.
Im Zuge der Schulreform wurde die konfessionelle deutsche Schule, die bis jetzt unter der Obhut der evangelischen Kirche stand, verstaatlicht und zur siebenklassigen  Elementarschule umgewandelt. Die rumänische Schule erhielt eine Oberstufe und so wurde auch sie zu einer Elementarschule.

1952 – Wurde die LPG.(Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) gegründet.
Im Volksmund wurde sie Kollektiv oder Kolhos genannt. Für viele Sachsen war dies die Befreiung aus der demütigenden Notlage, seit dem Ende des Krieges.

1954 – Wenige Sachsen die nicht enteignet worden waren, gründen gezwungen durch die Kommunisten einen genossenschaftlichen Betrieb, kurz Genossenschaft genannt. Sie mussten ihre Äcker vereinen und zusammen bearbeiten.

1956 – Aufgrund einer gesetzlichen Verordnung erhalten alle Deutschen wieder die  Staatsbürgerrechte zurück. Erduldete Ungerechtigkeiten konnten nun angefochten werden.  Einige enteignete Häuser werden zurückgegeben, die Kolonisten mussten aus den deutschen Höfen weichen. So entstand in Hetzeldorf der neue Ortsteil auf der Aue, am Nordrand des Dorfes. Hetzeldorf erhält elektrischen Strom.

1958 – Erdgas für Heizungszwecke wird eingeführt. Die rumänische Oberstufe wird neu gegründet, weil sie sich wegen zu geringer Beteiligung aufgelöst hatte. Die Genossenschaft wird aufgelöst, ihre Mitglieder müssen in die LPG eintreten.

1959 –  Es erscheint die letzte deutsche Matrikel. Die beiden Elementarschulen werden aufgelöst und zur „Allgemeinbildenden Schule“, mit einer deutschen und einer rumänischen Sektion zusammengeschlossen.

1962 – Die Vergenossenschaftung in der Landwirtschaft ist beendet, gemäß der kommunistischen Lehre durfte es keine Privatbauern mehr geben. Jetzt waren alle in der LPG vereint. In den Folgenden Jahren ging es mehr und mehr abwärts mit der Landwirtschaft.

1968 – Hetzeldorf wird Gemeindevorort, zusammen mit  den Dörfern: Tobsdorf, Almaschken, Gogeschdorf und Schmiegen so entstand eine Großgemeinde, deren Nutznießer im wesentlichen Hetzeldorf war.

1969 – Wurde ein ärztliches Zentrum geschaffen, mit drei   Ärzten für: Allgemeine, Zahn, Kindermedizin, sowie einer ärztlichen Schwester.

1975 – Die Hauptgassen werden asphaltiert.

1980 – Die 4 km. Lange Zufahrtsstrasse wird asphaltiert und eine neue Brücke über die Kokel gebaut. Wegen der starken Zunahme von Pendlern nach Mediasch, wurden täglich  5 Busse eingesetzt. Oft fuhren morgens 3 Busse zugleich los.

1981 – Wurden 300 Telefonanschlüsse installiert.

1983 – Bau des Kaufhauses neben der Geißbrücke.
In Deutschland wird durch die Ausgewanderten, die HOG Hetzeldorf gegründet.

1989 – Nach dem Sturz der diktatorischen kommunistischen Herrschaft, wird die kommunistische Verwaltung durch Parteilose Personen ersetzt, die Großgemeinde wird aufgelöst, Die LPG zerfällt, der Boden wurde zur Neugründung von Privatbetrieben aufgeteilt, ohne den Sachsen, ihren einstigen Besitz zurückzugeben. Die Reisefreiheit wurde garantiert.

1990 – Maßlos enttäuscht, sah die deutsche Bevölkerung keine sichere und freie Zukunft mehr in einem Neuanfang, und begann massenweise nach Deutschland auszuwandern. Die deutsche Schule und der deutsche Kindergarten wurden aufgelöst, das wirtschaftliche, kulturellreligiöse und soziale deutsche Leben erlischt im Eilschritt, nach einer fast 800 jährigen Existenz.

1991 – Jene deutschen Familien die nicht ausgewandert waren, gründeten einen Landwirtschaftsverein.

1992 – Das evangelische – diakonische Werk  baut zwei Höfe vom Marktplatz, zu einem Altenheim um.

1993 – Der letzte Pfarrer und die Letzte Lehrerin verlassen Hetzeldorf, Gottesdienst  für die Zurückgebliebenen, hält der Pfarrer aus Birthälm.

1997 – In Hetzeldorf leben noch 45 Deutsche, 18 von ihnen im Altenheim. Wegen Überalterung und Auswanderung löst sich der Landwirtschaftsverein auf.

2000 – Die Leitung des Altenheimes übernimmt eine rumänische Familie.